Von Granada ging es mit einem sogenannten "Chicken"-Bus zum Fähranleger am Nicaraguasee. Überall sieht man diese alten, amerikanischen, gelben Schulbusse durch die Gegend fahren, sie sind das Hauptfortbewegungsmittel, sehr klapprig und rostig und sehr günstig. Schon alleine die Fahrt mit diesen Bussen ist ein pures Abenteuer. Denn sie sind so voll wie sonst was, man steht Backe and Backe mit den Mitreisenden und der Backpacker fährt auf dem Dach mit. Angekommen am Fähranleger erscheint der See wie ein riesiges Meer, kein Ende in Sicht. Nur ein Vulkan thront am Horizont. Ich hoffte sehr, dass das nicht der Vulkan war, den wir besteigen wollten, denn dieser sah sehr steil aus. Doch das war er, der Vulkan Concepción - 1610m Höhe und acht Stunden Marsch erwarteten uns. Die Insel besteht nur aus zwei Vulkanen und ist echt faszinierend. Die Hauptstraße ist gesäumt von bunten, schillernden Wipfeln und kleinen, einfachen Häusern. Hier ist touristisch auch einiges los, aber es geht noch.
Morgens um fünf ging es dann los. Mit Proviant versorgt und noch nicht ganz munter fuhren wir zu dem Vulkan. Die ersten 1000m sind echt anstrengend, der Pfad führt steil hinauf mitten durch den Wald. Nach einer Weile gewöhnt sich sich jedoch an die Anstrengung und das Zeitgefühl verschwimmt. Dann plötzlich werden die Bäume immer kleiner und kleiner und irgendwann ist man selbst größer als sie. Der Nebel wabbert um einen herum und dann dreht man sich um, die Wolken verziehen sich und wunderschön liegt die Insel und das Meer vor einem. Dieser Moment ist so berauschend!
Bei 1000m
Doch nach einer kleine Pause geht es weiter. Wegen dem Nebel konnte man den Gipfel nicht sehen, aber die Guides gingen voran. Von nun an bestand der Pfad aus Brocken vom porösen Lavagestein und der Anstieg wurde immer steiler und steiler, die Landschaft immer karger und karger. Irgendwann wandelten sich sie Brocken zu kleinen Steinchen und selbst gebückt wurde der steile Aufstieg immer schwieriger. Wir durften leider nur bis ca. 1550 m hochkraxeln, weil der Vulkan zu aktiv war. Dort oben war alles so nebelig, doch plötzlich klarte es wieder auf und - WOW! Einfach unbeschreiblich das Gefühl, dass man selbst so weit hochgelaufen ist. Dieses Gefühl macht alles wett und süchtig! Atemberaubend!
Blick von fast ganz oben
Langsam ging es dann wieder runter und der Weg kam einem so viel länger vor als der Aufstieg. Müde und erschöpft fielen wir dann ins Bett und am nächsten Tag ging es mit Muskelkater weiter zur Stadt Leon.
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