Am Freitag früh ging es los mit dem Bus nach Nicaragua. Kaum auf der anderen Seite war ich sehr überrascht über die vielen Windkräfträder (natürlich immer noch sehr viel weniger als in Deutschland) und über den vielen Plasitkmüll, der überall herumlag. Sonst ist es dort hübsch, ähnelt sehr Guanacaste, nur das es noch trockener ist. Nicaragua ist angeblich das zweitärmste Land Mittelamerikas, und eigentlich merkt man das nicht so, nur bei den günstigen Preisen und den heruntergekommenen Häusern. Überall sind Bananenplantagen, eine Banane kostet umgerechnet ca. drei Cent! Bald ist hier Wahl, wobei sich die Frage stellt zwischen was die hier wählen sollen. Denn komischer Weise sieht man nur Wahlplakate von einer Partei. Das demokratische Präsidialsystem mausert sich zur Zeit zu einer kommunistischen Diktatur.
Granada ist eine wunderschöne Stadt im Kolonialstil. Voller Charme und Atmosphäre liegt sie am See von Nicaragua und ich habe mich sofort in sie verliebt! Denn obwohl sie sehr touristisch überlaufen ist, hat sie doch ihre Eigentümlichkeit bewahrt. Viele Häuser sind nicht renoviert, aber sehr bunt angemalt. Es gibt nicht einen McDonald's oder Starbucks (insgesamt ist auffällig, wie gering der US-Amerikanische Einfluss hier ist. Man hat oft das Gefühl in dem Lateinamerika zu sein, wie man es sich so vorstellt), es fahren nicht allzuviele Autos herum, die Menschen fahren eher zusammen auf dem Fahrrad. Die Frau sitzt dann häufig vorne auf der Stange und der Mann darf treten. Das Leben findet hier auf der Straße statt. Nachts (tagsüber flüchten alle vor der Hitze in die Häuser) sitzt jeder im Schaukelstuhl vor seiner offenen Haustür und quatscht mit den Nachbarn. Durch die so offenen Haustüren hat man immer interessante Einblicke in die Häuser, welche in der Regel einen wunderschönen Innenhof haben. Sonst gibt es hier mehrere schöne Kirchen, überall fahren Kutschen (für die Touristen) durch die Gegend und direkt hinter der Kathedrale beginnt eine Straße voller Restaurants. Man sitzt also draußen auf der Straße und genießt die warme Nachtluft und fühlt sich wie im Sommerurlaub in Italien oder Spanien. Einfach herrlich!
Wir haben dann noch die Laguna del Apoyo angeschaut, die sauberste Lagune Nicaraguas. Die Umgebung ist sehr sehr trocken, aber das Wasser ist echt
angenehm.
Und ein Tag waren wir in Masaya, einer nahegelegenen Stadt mit zwei
Märkten, dem lokalen und den touristischen. Die Stadt ist wirklich sehr dreckig, vor allem der lokalen Markt. Aber bei diesem Markt hat man so richtig das Gefühl auf einem Markt zu sein, ganz im Gegenteil zu dem Touristischen, der wirklich sehr touristisch ist und mich enttäuscht hat. Danach ging es noch zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf einem aktiven Vulkan. Unglaublich schöne Atmosphäre dort!
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