Montag, 11. April 2016

Schlitten fahren, aber nicht im Schnee - Leon, Nicaragua

Gebäude am Kirchplatz

Mit dem Bus ging es weiter zu unseren letzten Station, die Stadt Leon im Nordwesten Nicaraguas. Diese Stadt ist auch im Kolonialstil gebaut, aber sehr heruntergekommen und nicht so hübsch. Nur das Gebäude am Kirchplatz ist toll, erscheint wie ein verrückter Einfall eines Architekten. Insgesamt habe ich hier nämlich noch nicht ein gotisches Gebäude gesehen. 
Aber wir waren auch nicht für die Stadt hier, sondern für das Vulkano Boarding, was nur hier möglich ist. Mit einem Brett ging es den Cerro Negro rauf. Nach einer Stunde war man oben und der Ausblick beeindruckend. Man ging auf dem Grad, rechts ging es runter, links ging es runter. Der Wind blies sehr heftig und so gestaltete sich der Aufstieg zu einem Balancierakt mit dem Brett. Der Vulkan ist noch so aktiv, das der Guide innerhalb von Sekunden uns eine Ofenkartoffel machte zur Stärkung. Da oben fühlte man sich bisschen wie in der Sahara in einem Sandsturm. Den die kleinen Lavakiesel wurde schmerzhaft gegen einen geschleudert, es fühlte sich an wie eine Ganzkörperepilation. Es war wirklich sehr windig! Dann zogen wir die orangenen Overalls an und die Schutzbrille wurde aufgesetzt. Der Wind blähte einen auf und alle sahen aus wie verrückte Wissenschaftler. Ab ging es auf das Bord und runter den Vulkan. Das war echt Adrenalin pur, auch wenn ich mit 45km/h nicht zu den schnellsten gehörte, reichte mir das schon. (Unsere Schnellste fuhr 95km/h, der Weltrekord liegt bei 220 km/h, dies jedoch mit einem Fahrrad und nicht mit einem Schlitten). Auf jeden Fall ein tolles Erlebnis und danach konnte man noch stundenlang Lavasteinchen aus seinem Haar herauspulen. Und dann war unsere Reise auch schon vorbei. Der Osten und Norden Nicaraguas war für uns gesperrt. Und von den Teilen, die offen für uns waren, hatten wir das Gefühl, alles gesehen zu haben, da wir sehr viel im Bus gereist sind. Und für das, was ich gesehen habe, kann ich sagen, dass Nicaragua ein schönes Land ist. Die Vulkane sind hier nicht wie in Costa Rica in Bergketten versteckt, sondern wie Pickel erheben sie sich aus dem weiten Flachland. Das ist schon beeindruckend! Sonst finde ich aber Costa Rica landschaftlich reizvoller. Nur mit Granada kann das hässliche San José nicht mithalten. Ein Besuch in Nicaragua lohnt sich also auf jeden Fall! 

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